GRÜNE Waldbüttelbrunn

Ortsverband

Programm 2020 - 2026 der Waldbüttelbrunner Grünen

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Veränderung und Gestaltung dieser Welt und unseres Lebens beginnen vor Ort. 2020 wird in Waldbüttelbrunn gewählt und damit der Kurs der nächsten sechs Jahre bestimmt. Wir Grüne wollen Waldbüttelbrunn, Roßbrunn und Mädelhofen fit für die Zukunft machen. In unserem Programm mit den Kapiteln Klima- & Naturschutz, Verkehr & Infrastruktur sowie Soziales Zusammenleben legen wir unsere politischen Leitlinien für die Gestaltung aller drei Ortsteile vor.

Kapitel 1: Klima- & Naturschutz

Klima- und Umweltschutz fängt vor Ort in den Gemeinden an. Wir begreifen es deswegen als unseren Auftrag, in Waldbüttelbrunn für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen und den Schutz unserer Umwelt einzustehen. Das betrifft viele unterschiedliche Bereiche in unserem Ort. Ganz grundsätzlich sollten bei jeder Entscheidung des Gemeinderates die Belange der Umwelt und des Klimas überprüft werden. Im Zweifel muss für Umwelt und Klima entschieden werden. Dazu wollen wir ein Umweltmanagementsystem im Sinne von EMAS in Waldbüttelbrunn einführen. Am Anfang dieses Prozesses steht die Erarbeitung von sog. "Umweltleitlinien", in welche Richtung sich die Gemeinde im Wahrnehmen ihrer Umweltverantwortung in Zukunft kontinuierlich verbessern will. Danach erfolgt die Überprüfung aller Verwaltungsaktivitäten auf ihre Umweltauswirkungen und deren Verbesserung in einem festgelegten Zeitplan. Dazu gehört z.B. auch die Erarbeitung einer Beschaffungsordnung. Sie dient dazu, Einkäufe und Anschaffungen im weitesten Sinne (auch Neubau und Unterhalt von Immobilien) sozial und ökologisch verantwortlich umzusetzen - neben den bisherigen Kriterien von Qualität und Wirtschaftlichkeit. In diesem Prozess soll jeder Mitarbeiter in der Verwaltung, alle Vereine, Gewerbetreibende und jeder Bürger Möglichkeiten haben, seine Vorschläge und Ideen einzubringen. 

Wasser – lebenswichtig für uns alle! 

Obwohl Waldbüttelbrunn das Wasser im Namen trägt, leben wir in einer der trockensten Regionen Deutschlands. Der Erhalt unserer Trink- und Grundwasserressourcen ist uns deswegen besonders wichtig. Um dies zu erreichen, wollen wir eine kommunales Wassermanagement einführen, mit dem Brunnen und Quellen zentral erfasst und überwacht sowie Maßnahmen zur Regenrückhaltung und -speicherung aufeinander abgestimmt werden können. In der Flur wollen wir in den Talsohlen und entlang der Entwässerungsgräben Biotope einrichten, die dem Regenrückhalt dienen. So kann das Wasser nach Regenereignissen stehen und die Böden feucht bleiben. Außerdem wollen wir für Neubauten eine Zisternenpflicht vorsehen. Im Zuge dessen muss die gemeindliche Förderung für den Einbau einer Zisterne nochmals erhöht werden. Ebenfalls treten wir dafür ein, bei in Zukunft kommenden Erschließungen ein Trennsystem für Regen- und Abwasser einzuführen. Die alten Trinkwasserbrunnen in Roßbrunn und Waldbüttelbrunn möchten wir erhalten, um sie im Notfall wieder für die Gewinnung von Trinkwasser nutzen zu können. Wir wollen mit den Bäuer*innen Waldbüttelbrunns gemeinsam einen Masterplan für die Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen zum Schutze des Grundwassers erarbeiten, in dem auch Möglichkeiten der Bewässerung erarbeitet werden. 

Am Aalbach wollen wir vor allem im Ortsbereich in Mädelhofen und Roßbrunn die Uferrandstreifen schöner gestalten, in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Unterfranken die Fließgeschwindigkeit absenken und für einen wirksamen Hochwasserschutz sorgen.

Baum- und Artenschutz voranbringen!  

In Waldbüttelbrunn existieren am Rand der Wirtschaftswege größere Bestände an Streuobstbäumen, deren Früchte alle Bürger*innen ernten können. Leider wird ein Teil des anfallenden Obstes Jahr für Jahr nicht verwertet. Wir möchten das ändern und ein Streuobstmanagement einführen. Im Rahmen dessen sollte die Gemeinde – neben der weiterhin bestehenbleibenden Möglichkeit des privaten Erntens – Möglichkeiten zur Verwertung des Streuobstes unterstützen. Eine dieser Möglichkeiten könnten beispielsweise Versaftungskampagnen sein. Darüber hinaus möchten wir seltene Obstbaumsorten erhalten und diese durch gezielte Nachpflanzung fördern.

Für Waldbüttelbrunn wollen wir eine allgemein gültige Baumschutzverordnung einführen, um so Bäume im Ortsgebiet erhalten zu können. Auch der Wald „Mühlhart“ bei Mädelhofen, der im Regionalplan in einem Vorranggebiet für Muschelkalk-Abbau liegt, muss bestehen bleiben. Die Gemeinde Waldbüttelbrunn muss sich deswegen bei den zuständigen Stellen dafür einsetzen, dass das Gebiet im Regionalplan zukünftig nicht mehr als Vorranggebiet für Muschelkalkabbau geführt wird. 

Auch zum Artenschutz sollte die Gemeinde Waldbüttelbrunn noch mehr beitragen als bisher. Mit den Landwirten vor Ort sollte ein runder Tisch eingeführt werden, um Maßnahmen zum besseren Artenschutz in der Landwirtschaft zu diskutieren und umzusetzen. Landwirtschaftliche Flächen, die sich im Eigentum der Gemeinde befinden, sollten nach Ablauf der bisherigen Pachtverträge nur noch unter der Bedingung, dass auf ihnen Ökolandbau betrieben wird, neu verpachtet werden. Auf nicht verpachteten gemeindlichen Flächen müssen darüber hinaus verstärkt Blühstreifen und Hecken angelegt werden, um in der Flur Rückzugsräume für Tiere zu schaffen. 

Den Ort begrünen! 

In den Ortskernen der drei Ortsteile sollte es mehr Pflanzen geben. Der Gemeinderat hat deswegen schon im Jahr 2016 auf unseren Antrag hin einen entsprechenden Beschluss zur vermehrten Begrünung des Waldbüttelbrunner Ortskerns gefasst. Diesen Weg wollen wir fortsetzen. Insbesondere in der August-Bebel-Straße, aber auch an anderen Stellen sollen mehr Bäume und Blumenbeete angelegt werden. Für einen Übergang können hierfür auch mobile Pflanzkübel genutzt werden. Wo möglich und sinnvoll möchten wir Flächen entsiegeln und bepflanzen. Auf Brachflächen können Bürgergärten entstehen, die zum Verweilen einladen und den Bürger*innen auch die Möglichkeit geben sollen, Früchte an Sträuchern oder Bäumen zu ernten, ähnlich wie es bei den Streuobstbeständen schon jetzt der Fall ist. Weiterhin sollte die Gemeinde den Bau von begrünten Dächern fördern. 

Lebensgrundlagen erhalten, Flächenversiegelung stoppen – keine erneute Erweiterung des Gewerbegebietes! 

Zuletzt hat der Gemeinderat 2016 beschlossen das Gewerbegebiet Kiesäcker auf der Fläche gegenüber der Firma Götz-Brot zu erweitern. Die Fläche wurde dann in den Jahren 2018 und 2019 bebaut. 2017 folgte ein Beschluss für einen Flächennutzungsplan für eine mehrere Hektar große Fläche westlich des bestehenden Gewerbegebietes (Kiesäcker 5.1) und 2018 der Beschluss für einen Bebauungsplan für eine Fläche gegenüber dem Wertstoffhof (Kiesäcker 4.2). Wir haben im Gemeinderat die 2016 beschlossene Erweiterung genauso wie die Aufstellung der Bauleitpläne 2017 und 2018 abgelehnt. In Sachen Gewerbegebietserweiterung ist inzwischen leider jedes Maß verloren gegangen. Es geht nicht, dass ständig mehrere Hektar wertvoller Ackerboden zubetoniert werden sollen. Flächenversiegelung ist in ganz Bayern ein großes Problem und auch in Waldbüttelbrunn kann es nicht so weitergehen wie in den letzten Jahren. Wir treten deswegen für ein Erweiterungs-Moratorium im Gewerbegebiet Kiesäcker für die kommende Legislaturperiode ein. So erhalten wir unsere Lebensgrundlagen! 

Ebenfalls stellen wir Grüne uns gegen das geplante neue Baugebiet in Mädelhofen Die Schaffung von Wohnraum ist selbstverständlich sehr wichtig. Doch solange erschlossene Bauplätze in großen Mengen unbebaut sind, ist es nicht zu verantworten, eine Streuobstwiese zu entfernen und neue Flächen zu versiegeln. Wir wollen deswegen darauf hinarbeiten, dass leerstehende Bauplätze in allen drei Ortsteilen bebaut werden. 

Genauso lehnen wir den Bau der B26n ab. Diese Straße wird durch enorme Verkehrsverlagerung das Leben der Menschen vor allem in Mädelhofen massiv beeinträchtigen und die Natur in diesem Bereich zerschneiden. Wir werden uns deswegen weiterhin auf allen Ebenen gemeinsam mit den Bürger*innen gegen den Bau der B26n einsetzen. 

Kapitel 2: Verkehr & Infrastruktur

Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist in jeder Gemeinde notwendig, um allen Menschen dort ein gutes Leben zu ermöglichen. In Waldbüttelbrunn, Roßbrunn und Mädelhofen hat sich in den vergangenen Jahren mit der Sanierung von Bürgerhaus und Ballsporthalle, dem Neubau des Kindergarten St. Martins sowie dem Start des Großprojektes Rathausneubau einiges getan. Trotzdem müssen auch in Zukunft viele kleinere und größere Dinge angepackt werden, gerade in Sachen Verkehrsanbindung. Es ist notwendig, hier jetzt zu investieren, damit für die kommenden Jahre eine starke Infrastrukturbasis vorhanden ist. 

Mehr Busse für alle drei Ortsteile! 

Obwohl Waldbüttelbrunn mit rund acht Kilometern nicht weit vom Würzburger Stadtkern entfernt ist, besteht dennoch noch immer keine ausreichend gute Busanbindung. In Roßbrunn und Mädelhofen sieht es zurzeit noch schlechter aus. In keinem der drei Ortsteile gibt es einen durchgehenden, echten Stundentakt und am Wochenende zum Teil nur einzelne Busse. Wir Grüne wollen uns bei den zuständigen Stellen dafür einsetzen, dass es in Zukunft für alle drei Ortsteile an allen sieben Wochentagen zwischen 6 und 24 Uhr mindestens einen echten Stundentakt gibt. Für Waldbüttelbrunn muss an Werktagen zwischen 7 und 20 Uhr mindestens ein Halbstundentakt etabliert werden. Die Hälfte der Busse soll dabei durch das Neubaugebiet geführt werden. Auch das Gewerbegebiet sollte über die bestehende Linie 48 endlich einen ÖPNV-Anschluss erhalten. Mit dem 2018 auf Grünen-Initiative hin eingeführten Nachtbus wurde bereits eine deutliche Verbesserung des Angebots am Samstag erreicht. Wir wollen dieses Angebot ausweiten, indem Waldbüttelbrunn in das Würzburger Nachtbus-Netz mit eingebunden wird. Für die Anbindung von Roßbrunn und Mädelhofen wollen wir die Zusammenarbeit mit der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber fortführen, den Nachtbus auf Freitag ausweiten und ins reguläre Tarifsystem überführen. An der B8 auf Höhe des zweiten Ortsanschlusses ‚An der Weed‘ wollen wir beidseitig eine neue Bushaltestelle errichten, um für Busse, die nicht durch den Ort fahren, eine zweite Haltemöglichkeit zu etablieren, um so den unteren Ort besser an diese Linien anzubinden. Auch in Mädelhofen wollen wir an der B8 eine neue Haltestelle bauen, die Bussen in Fahrtrichtung Marktheidenfeld den direkten Halt ermöglicht, ohne in den Ort hineinfahren zu müssen. So wird die Anbindung Mädelhofens an den ÖPNV deutlich verbessert. Außerdem sollten alle Haltestellen im Gemeindegebiet mit einer dynamischen Fahrgastinformation ausgestattet werden. 

Fernziel Stadt-Umland-Bahn

Über diese Verbesserungen hinaus, die so schnell wie möglich erfolgen müssen, möchten wir perspektivisch gemeinsam mit der Stadt und dem Landkreis Würzburg das Netz der Würzburger Straßenbahn als Stadt-Umland-Bahn auf den Landkreis erweitern. Eine Linie sollte dabei von Würzburg über Höchberg nach Waldbüttelbrunn und weiter Richtung Uettingen führen. Somit wird der westliche Landkreis Würzburg mit einem deutlich effizienteren und leistungsstärkeren Transportsystem an die Stadt angebunden als bisher. 

Radverkehr

Für viele Menschen wird das Rad immer mehr von einem Freizeitsportgerät zu einem Transportmittel. Dieser Entwicklung wollen wir Rechnung tragen und gemeinsam mit der Gemeinde Höchberg einen schnellen und komfortablen Radweg nach Würzburg bauen. Der Tatsache, dass alle drei Ortsteile nun am Radweg „romantische Straße“ liegen, wollen wir gerecht werden, indem wir in jedem Ortsteil eine E-Bike-Ladestation mit einer Luftpumpe installieren. In Roßbrunn wollen wir den Radweg außerdem besser beschildern und entlang der Strecke die Vorfahrtsituation kenntlicher machen. 

Straßen und Autoverkehr 

Die Situation der Straßen in Waldbüttelbrunn wollen wir verbessern, indem die Gemeinde Waldbüttelbrunn ein Schadensregister anlegt und eventuelle Schäden schnell ausgebessert werden. Die Gemeinde Waldbüttelbrunn sollte sich zudem für eine Linksabbiegespur an der dritten Orteinfahrt von Würzburg kommend einsetzen. So würde der Ort von Autoverkehr entlastet. Die Straßenbeleuchtung wollen wir insbesondere in den Ortsteilen verbessern, ebenso wollen wir in Roßbrunn und Mädelhofen eine Ortsbeschilderung wie in Waldbüttelbrunn installieren. Ebenso müssen die Lärmprobleme an der B8 in Roßbrunn angegangen werden: wir werden uns weiterhin für die Installation eines stationären Blitzers und die Reduktion der Höchstgeschwindigkeit für LKW über 3,5 t auf 30 km/h zwischen 22 und 6 Uhr einsetzen. 

Grundstück der Zehntscheune in Roßbrunn weiterentwickeln!

Seit dem Einsturz der ehemaligen Zehntscheune in Roßbrunn liegt das sich im Eigentum des Freistaats Bayern befindliche Grundstück im Zentrum von Roßbrunn brach. Hier liegt eine große Chance zur Weiterentwicklung! Die Gemeinde Waldbüttelbrunn sollte das Grundstück erwerben und anschließend gemeinsam mit den Bürger*innen einen Dialog zur Ideenentwicklung starten. 

Ebenfalls wollen wir das baufällige Wasserhaus sanieren, einen Zugang schaffen und gemeinsam mit der BI „Rettet das Aalbachtal“ und weiteren interessierten Bürger*innen eine sinnvolle Nutzung erarbeiten. 

Friedhöfe 

In unseren drei Ortsteilen gibt es insgesamt vier Friedhöfe. Insbesondere in Roßbrunn und Waldbüttelbrunn gibt es hierbei Verbesserungsbedarf. Für den Waldfriedhof möchten wir den Prozess, der bereits durch den Gemeinderat angestoßen wurde, weiterführen. Den Bau einer Urnenwand lehnen wir jedoch ab. Stattdessen wollen wir als alternative Bestattungsmöglichkeit ein Friedwaldkonzept etablieren. In Roßbrunn sollten auf dem Friedhof Bäume gepflanzt werden, um in Zukunft auch Baumbestattungen zu ermöglichen. Außerdem wollen wir die Wegeführung verbessern und Ausbesserungen am Wegenetz und der Mauer durchführen lassen. 

Mehr Lebensqualität in der Ortsmitte!

Unser Hauptziel für die Weiterentwicklung der Ortsmitte ist es, die Lebensqualität des Altortes so zu erhöhen, dass es attraktiv ist dort zu wohnen und der Ortskern zum angenehmen Begegnungsort für Menschen jeden Alters wird.

Die August-Bebel-Straße ist die Hauptachse, an der entlang sich der Altort von Waldbüttelbrunn entwickelt hat. Was uns in nächster Zeit am meisten beschäftigen wird, ist der Teil der August-Bebel-Straße zwischen dem neuen Geschäftshaus „Grüner Baum“ bis zur Einmündung des „Gäßchen“. Zentral ist für uns Grüne, dass die Entwicklung des Ortskerns als Gesamtprojekt betrachtet werden und in den Händen der Gemeinde liegen muss. Um von Seite der Gemeinde die Gestaltung des Ortes weitmöglich beeinflussen zu können, sollten auf jeden Fall Vorkaufsrechte genutzt werden. Dies gilt nicht nur für Häuser, die direkt an der Straße liegen, sondern auch für solche, die in der zweiten und dritten Reihe stehen. Die Weiterentwicklung betrifft nicht nur den Straßenraum, sondern auch Höfe, Scheunen und gefangene Grundstücke. Wir wollen im Altort einerseits historisch bedeutsame Gebäude erhalten, andererseits allerdings auch durch den Abriss einzelner Häuser die Umgestaltung der Ortsmitte ermöglichen. Dazu zählen zum Beispiel Straßenraumaufweitungen, die durch eine mäandernde Führung der Straße zu einer Verlangsamung des Verkehrs beitragen und Platz für Begrünung schaffen. Je stärker der optische Raum z.B. durch Bäume eingeengt wird und je kürzer die geraden Straßenabschnitte oder Sichtachsen sind, desto stärker wird der Verkehr verlangsamt. Gleichzeitig muss natürlich jegliche Verkehrssicherheit gewährt sein und auch der Begegnungsverkehr beachtet werden. Insgesamt muss der Altort grüner werden, um auch ein besseres Mikroklima zu erhalten.

Der Altort lebt von der kleinteiligen Struktur. Wir setzen uns dafür ein, lokale Dienstleister und Geschäfte zu stärken oder neu anzusiedeln.

Bezüglich der Privatflächen im Bereich der August-Bebel-Straße wäre es wichtig, wo möglich Neuordnungen zu schaffen. Dazu ist es wichtig frühzeitig die dortigen Anwohner mit einzubeziehen. Die momentane Situation zeigt zurzeit oft kleine und verschachtelte Grundstücke. Durch Flächentausch, Flächenzusammenlegungen oder Ankäufe könnten besser nutzbare Grundstücke geschaffen werden und die Lebensqualität verbessert werden.

Alle Maßnahmen zur Neugestaltung des Ortskerns wollen wir in Zusammenarbeit mit den Bürger*innen realisieren. Der bereits begonnene Dialog muss deswegen fortgesetzt werden, jedoch muss er die komplette Neugestaltung des Ortskerns umfassen und nicht nur die Neuordnung des Straßenraums.

Kapitel 3: Soziales Zusammenleben

Gute Politik wird daran gemessen, ob und wie sie unser Leben nachhaltig besser machen kann. Mit unseren Anträgen im Gemeinderat Waldbüttelbrunn haben wir Grüne über die letzten Jahre immer wieder bewiesen, dass uns das soziale Zusammenleben hier im Ort am Herzen liegt, zum Beispiel mit dem Antrag zum neuen Beachvolleyballfeld oder mit der Graffiti Fläche, an der sich alle Bürger*innen künstlerisch austoben können. Auf diesem Vertrauen wollen wir im neuen Gemeinderat aufbauen, um den sozialen Zusammenhalt auch zwischen den Generationen in Waldbüttelbrunn weiter zu fördern.

Bürger-App und Bürgersprechstunde für Waldbüttelbrunn!

Transparenz und eine Verwaltung nah an den Bürger*innen ist uns besonders wichtig. Seit kurzem gibt es für Jugendliche in Waldbüttelbrunn die „Beach-App“, eine App fürs Handy, über die man sich zum Beispiel zum Ferienprogramm anmelden kann. Wir möchten dieses Modell weiterentwickeln und eine zusätzliche App für alle Bürger*innen anbieten. Dort könnten dann Termine im Rathaus einfach digital vereinbart werden. Auch manche Verwaltungsdienstleistungen könnten in einer zweiten Phase in der App digitalisiert werden. Vereine könnten Ihre Termine in einen digitalen Kalender eintragen und Interessierte sich von der App per Pushmeldung an die gewünschten Veranstaltungen erinnern lassen. Auch Neuigkeiten aus dem Gemeindeleben oder die Protokolle der Gemeinderatssitzungen könnten so digital verfügbar gemacht werden. Gerade die Protokolle sollten sowieso aus Transparenzgründen immer öffentlich zumindest im Netz einsehbar sein. Das heißt natürlich nicht, dass ohne App dann gar nichts mehr geht – alle Dienstleistungen der Verwaltung müssen natürlich weiterhin wie bisher auch ohne das Internet verfügbar sein. Aber eine Bürger-App würde in Waldbüttelbrunn vieles vereinfachen. Deswegen werden wir uns im neuen Gemeinderat dafür einsetzen, so schnell wie möglich eine Bürger-App entwickeln zu lassen und einzuführen. 

Weiterhin wollen wir, dass die Kommunikation des Gemeinderats nicht am Wahlabend des 15. März 2020 mit dem letzten abgegebenen Wahlzettel endet, sondern die Stimmen der Bürger*innen auch in den sechs Jahren bis zur nächsten Wahl gehört werden. Viele Konflikte können wir durch direkten Austausch viel besser beilegen oder sogar ganz vermeiden. Daneben ist ein ernsterer, persönlicher Dialog die beste Medizin gegen Politikverdrossenheit und dafür, dass sich auch Einzelne im Dorfleben einbringen. Deshalb sind wir dafür, allen Bürger*innen in einer Neuauflage der „Bürgersprechstunde“ direkt vor jeder Gemeinderatssitzung die Möglichkeit zum direkten Austausch mit dem Gemeinderat zu geben.

Mehr Raum schaffen für soziale Begegnungen! 

Ob provisorisches Jugendzentrum, Kindergarten St. Martin, der neue Beachvolleyballplatz oder das Ferienhüttendorf – das Gelände am Sumpfler ist in den letzten Jahren immer mehr ein Platz der Begegnung geworden. Wir möchten den Sumpfler zu einem Kultur- und Kreativzentrum weiterentwickeln. In der frisch renovierten, zurzeit als Lagerraum genutzten Billinger-Scheune könnten Räume für kreatives Engagement geschaffen werden – sei es ein Bandprobenraum oder eine Kreativwerkstatt, die Möglichkeiten sind vielfältig. Ebenfalls können wir uns an dieser Stelle auch einen Bürgergarten oder weitere Sportmöglichkeiten vorstellen. Dabei sollte auch die Gestaltung des Spielplatzes verändert werden. Allerweltsspielgeräte kann man überall haben: wir möchten, dass an dieser Stelle ein Spielplatz entsteht, der für Kinder ein richtiges Erlebnis ist. Wichtig ist uns, dass die Gemeinde alle diese Möglichkeiten so schafft, wie die Menschen sie wünschen und brauchen. Deswegen stehen wir für eine Entwicklung des Kreativzentrums im Dialog mit den Bürger*innen. Im Sommer 2020 möchten wir ein Forum schaffen, um mit den Bürger*innen über die weitere Nutzung des Sumpflers zu debattieren. Besonders jungen Menschen müssen wir dabei mehr zuhören.

Unabhängig davon möchten wir jungen Menschen in Waldbüttelbrunn mehr Möglichkeiten geben, sich in eigener Verantwortung auszutauschen und ihre Talente darzustellen. Wir sind für ein neues, von den Jugendlichen selbst verwaltetes Jugendforum, das sich auch auf den Jugendrat stützen kann.

Abseits von diesen speziell auf Jugendliche zugeschnittenen Angeboten, möchten wir im geplanten Mehrgenerationenhaus im alten Rathaus einen Begegnungsraum in Selbstverwaltung schaffen. Dieser Raum soll den Bürger*innen für verschiedenste Nutzungen zur Verfügung stehen.

Wohnen im Alter: Waldbüttelbrunner Wohnraum zukunftsfähig machen!

Ein stetig wachsender Teil unserer Bevölkerung ist älter. Jede*r von uns stellt sich die Frage, wie man das Leben im Alter gut bestreitet. Indem wir als Kommune flexible, barrierefreie Wohnungen auf dem bisher brachliegenden Grundstück in der Frühlingsstraße errichten, wollen wir besonders älteren Menschen die Möglichkeit geben, weiterhin gut eingebunden hier leben und am Ortsgeschehen teilnehmen zu können.

Schule und Kindergarten müssen dem Bedarf gerecht werden!

Wir freuen uns, dass so viele Familien eine Entscheidung für Waldbüttelbrunn treffen, um sich hier ihre Zukunft aufzubauen. Damit einher geht ein natürlicher Vorgang, nämlich dass die Plätze in Krabbelstube, Kindergarten und unserer Schule bei steigenden Kinderzahlen in absehbarer Zukunft mehr als knapp werden. Bereits bei Bau des St. Martin haben wir uns als Grüne für größere Kapazitäten eingesetzt, was leider im Gemeinderat damals zunächst nicht durchzusetzen war. Glücklicherweise wurde, u.a. auf grüne Initiative hin, die Erweiterung des Kindergarten St. Martin 2019 doch noch beschlossen. Auch in Zukunft wollen wir die Anzahl an Kindergarten- und Krippen-Plätzen nach dem jeweils bestehenden Bedarf festlegen. Dazu gehört auch, für die Eltern eine zusätzliche Wahlmöglichkeit durch die Etablierung einer Waldgruppe zu schaffen. Zuletzt müssen wir mit allen Beteiligten eine Lösung für den knapper werdenden Raum in den alten Schulhäusern finden. 

Vereine gerecht fördern!

Glücklicherweise blickt unser Ort auf eine reichhaltige Vereinsgeschichte mit vielen Vereinen von Sport über Natur bis zu Musikvereinen zurück. Wir sind der Meinung, dass eine gleiche, faire Behandlung all‘ unserer Vereine auch in den Ortsteilen essentiell ist, um diese Erfolgsgeschichte auch in die Zukunft weiterzutragen.  Neben einer expliziten Förderung der Jugendarbeit in Waldbüttelbrunn wollen wir insbesondere das Programm JumS – „Jugendarbeit macht Schule“ ausbauen, mit dem die Vereine direkt vor Ort nach der Schule auch die Jugendlichen erreichen, die sonst nie mit einem Verein in Kontakt kommen würden. Um dem Ruf nach mehr Bewegung in den Sitzbänken Rechnung zu tragen, würden wir gerne in Zusammenarbeit mit den Sportvereinen ein Sportangebot für die Schüler nach 13 Uhr aufsetzen.

Weiterhin geht es heutzutage auch bei der Vereinsförderung immer mehr um den digitalen Bereich. Mit unserer oben genannten Idee einer Bürger-App wollen wir neben der Verwaltung auch unseren Vereinen die Möglichkeit eröffnen, Ereignisse wie zum Beispiel ein Handballspiel anzukündigen und Werbung für vereinseigene Aktionen zu machen. Dies soll auch auf der übrigen Gemeindeinfrastruktur wie zum Beispiel der Gemeindewebsite möglich werden. Traditionelle Kommunikationskanäle wie der Gemeindebote wollen wir dabei unbedingt und ausdrücklich erhalten, damit möglichst viele Bürger*innen an den Informationen teilhaben können. Das Onlineangebot bietet aber für Vereine die zusätzliche Chance, direkt bei den Bürger*innen auf dem Handy in der Hosentasche erreichbar zu sein und auch spontanere Ereignisse oder Planänderungen wirkungsvoll verbreiten zu können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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