Nachdem die Bundesregierung zuletzt die Umsetzung der völlig aus der Zeit gefallenen Pläne für den Bau der B26n zwischen Werneck und Helmstadt wieder verstärkt vorantreiben will, hat die Bundestagsabgeordnete Victoria Broßart gemeinsam mit dem Waldbüttelbrunner Bürgermeisterkandidaten Sebastian Hansen bei Mädelhofen Mitglieder der Bürgerinitiativen “Rettet das Aalbachtal” und “Bürger und Kommunen gegen die B26n getroffen. Vor Ort wurde die geplante Trasse an zwei verschiedenen Stellen besichtigt.
Broßart, die Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestags ist, erläuterte den Anwesenden die Mechanismen, die trotz begrenzter finanzieller Mittel dazu führen, dass auch derart veraltete Projekte immer wieder auf den Tisch kommen: “Der Bundesverkehrswegeplan ist leider ein Sammelsurium von Projekten die seit Jahren oder Jahrzehnten geplant werden und von denen einige schon längst keinen Sinn mehr machen. Leider drängt vor allem die CSU darauf, trotzdem so viele Straßen wie möglich zu bauen und Bayern möglichst komplett zuzupflastern“ Sie kündigte eine entsprechende Nachfrage zum Projektstand an die Bundesregierung an und stellte fest: “Die B26n als Verbindung zweier Autobahnen wird eine Menge zusätzlichen Verkehr, besonders auch Umleitungsverkehr, in die Region bringen. Der Nutzen für die Menschen vor Ort ist aber gering. Dass man in Zeiten, in denen tausende Brücken im Land so marode sind, dass sie jederzeit einstürzen könnten, überhaupt noch Geld in solche Straßenneubauten steckt, statt sich um die Sanierung zu kümmern, ist für mich unverständlich.”
Die Mitglieder der beiden Bürgerinitiativen schilderten eindringlich, wie der Bau der Straße wertvolles Ackerland vernichten, Wälder schädigen und die Natur negativ beeinflussen würde. Zudem wären die Bewohner*innen von Roßbrunn, Mädelhofen und Hettstadt erheblichen zusätzlichen Lärm- und Verkehrsbelastungen ausgesetzt. Bürgermeisterkandidat Sebastian Hansen warnte vor den konkreten Folgen eines möglichen Baus der Straße: “Niemand hier braucht diese Straße, der verkehrliche Nutzen ist gleich null. Nur für Prestigeprojekte einzelner Bundestagsabgeordneter der Koalition dürfen unsere Felder und unsere Natur nicht geopfert werden!” Er versprach zudem, sich im Fall seiner Wahl in dieser Sache für die Interessen der Einwohner*innen von Roßbrunn und Mädelhofen einzusetzen: “Mit mir wird es gegen dieses unsinnige Straßenbauprojekt entschiedenen Widerstand geben!”