von unserem 2. Bürgermeister Sebastian Hansen
In der Sitzung des Gemeinderats am 24. März 2025 wurde der gemeindliche Haushalt für 2025 beraten.
Rahmendaten
Der Haushalt der Gemeinde wird in 2025 ein Gesamtvolumen von knapp 31 Millionen € haben, davon 20,4 Millionen € im Verwaltungshaushalt (laufende Verwaltung) und 10,5 Millionen € im Vermögenshaushalt (Investitionen). Bei den Einnahmen können wir vor allem auf weiterhin hohe Gewerbesteuereinnahmen zurückgreifen (9 Millionen €). Die Ausgaben fließen vor allem in die laufende Verwaltung (z.B. Personalkosten, Zuschüsse zu den Kindergärten, Betrieb der Kläranlage), aber auch in die Kreisumlage (rund 3,5 Millionen €) und natürlich in Investitionen.
Neben Restkosten für Projekte der vergangenen Jahre (z.B. für das Alte Rathaus) wird dieses Jahr vor allem in den Kauf des Areals für den neuen Bauhof (1,1 ha im Gewerbegebiet mit zwei Hallen, Büroegebäude und Freifläche, ca. 3,7 Millionen €), in die energetische Sanierung der Halle Sumpfler 1 (ca. 500.000 €, weitere Kosten in den Folgejahren), ein neues Feuerwehrmannschaftsfahrzeug (165.000 €), den Radweg vom Gewerbegebiet nach Hettstadt (210.000 € – Förderung von 132.000 €) oder auch den Abbruch der Anwesen ex-Röhl und ex-Weidling in der August-Bebel-Straße (400.000 €) investiert. Um diese wichtigen Projekte finanzieren zu können, ist eine Entnahme aus der Rücklage geplant, die derzeit mit rund 10,5 Millionen € prall gefüllt ist. Wie hoch die Entnahme tatsächlich ausfällt, ist nicht genau vorherherzusagen, da manche Projekte günstiger (oder teurer) werden könnten und außerdem im Haushalt meist mehr Projekte eingeplant werden, als zu schaffen sind – damit man ohne Nachtragshaushalt ein anderes Projekt vorziehen kann, falls es bei manchen Projekten aus externen Gründen (z.B. Förderzusagen etc.) nicht so schnell vorangeht wie gewünscht. Neue Schulden wird die Gemeinde dieses Jahr nicht aufnehmen. Stattdessen werden die alten Schulden getilgt.
Entscheidungen über kleinere Investitionen
Für einige Investitionen, über die der Gemeinderat noch keinen Beschluss gefasst hatte, mussten noch grundsätzliche Entscheidungen getroffen werden. Das waren u.a. die folgenden:
- Es wird auf meinen Antrag hin 2025 keine zusätzliche Reinigungsmaschine für die Halle Sumpfler 1 angeschafft, da die Halle voraussichtlich 2025/2026 wegen der angesprochenen Renovierung länger geschlossen sein wird. Die Anschaffung der Maschine wird dann für Ende 2026 angestrebt.
- Ebenfalls gestrichen wurden Mittel, die für einen Fahrradrastplatz am Ostende der Würzburger Straße vorgesehen waren (insgesamt 35.000 €). Ich finde das sehr sinnvoll, da die Radtourist*innen lieber in der Ortsmitte eine Möglichkeit zum Rasten angeboten werden sollte, da die Ortsmitte so belebt werden kann. Das soll dann bei der Sanierung der August-Bebel-Straße berücksichtigt werden.
- Insgesamt 6000 € wurden für den Bau von zwei öffentlichen Trinkbrunnen eingeplant, einer am alten Rathaus, einer im Bereich Sumpfler. Ersterer soll insbesondere Radtourist*innen zur Verfügung stehen, zweiterer vor allem Kindern und Jugendlichen, die die Freizeiteinrichtungen am Sumpfler nutzen. Beides finde ich sehr sinnvoll.
- 50.000 € wurden für den Bau eines Kneippbeckens eingeplant. Dies war ein Wunsch des Seniorenbeirats. Es ist noch nicht ganz klar, wo das Kneippbecken hinkommen soll, möglicherweise im alten Friedhof, wenn dieser als Park umgestaltet wird.
- Für 18.000 € soll die Homepage der Gemeinde so umgestaltet werden, dass ein KI-basierter Chatbot die Bürger*innen bei ihren Anliegen unterstützen kann. Ich habe dafür gestimmt, möchte vor dem – noch nötigen – endgültigen Beschluss über die Sache allerdings erst genauer ansehen, was dort eingebaut werden soll. Damit ein solcher Chatbot etwas bringt, muss er nämlich reibungslos funktionieren.
- Für 10.000 € sollen eine Lautsprecheranlage sowie ein Beamer für das Bürgerhaus Roßbrunn angeschafft werden. Das ist sinnvoll, damit bei Veranstaltungen dort für eine gute Akustik gesorgt ist und zudem nicht immer ein Beamer dort hingebracht werden muss, wenn bei einer Veranstaltung einer gebraucht wird.
Gesamtbewertung Haushalt
Die Gemeinde Waldbüttelbrunn steht finanziell sehr gut da. Das liegt vor allem an den konstant hohen Gewerbesteuereinnahmen (die 9 Millionen € für dieses Jahr ergeben sich allein aus den bisher vom Finanzamt mitgeteilten Soll-Stellungen, durch Nachzahlungen könnte das also noch durchaus höher werden) und unseren sehr hohen Rücklagen. Das ermöglicht uns, dringend notwendige Investitionen tätigen zu können. Gleichzeitig muss uns aber bewusst sein, dass das nicht unbedingt ein unendlich andauernder Zustand ist. Wir sollten also das Geld gezielt so einsetzen, dass es für die Gemeinde und für unsere Bürger*innen ein spürbaren und nachhaltigen Nutzen gibt. Und wir müssen im Hinterkopf haben, dass besonders im nächsten Jahr eine enorm hohe Kreisumlage zu entrichten sein wird, voraussichtlich in 2026 über 8 Millionen €. Das zu finanzieren wird auch für uns nicht ganz einfach.
Es ist deswegen richtig, dass dieses Jahr vor allem in die Substanz investiert wird, zum Beispiel durch den Ankauf des Geländes für den neuen Bauhof (was uns gegenüber einem tatsächlichen Neubau an anderer Stelle rund 7 Millionen € einsparen wird), ebenso in die Sanierung der Halle Sumpfler 1 und noch einige weitere Grundstücks(rück)käufe. In den kommenden Jahren stehen dann mit Sanierung der Ortsmitte im OT Waldbüttelbrunn und notwendigen Investitionen in die Kindergärten und das Schulgebäude weitere wegweisende Maßnahmen an. Das will auch finanziell gut geplant sein. Das sehe ich in diesem Haushalt, weswegen ich selbstverständlich zugestimmt habe. Ich möchte der Verwaltung, insbesondere Herrn Kirchner, an dieser Stelle für die gute Arbeit danken. Es ist leicht, Geld zu verteilen, wenn es da ist – aber so zu planen, dass in Zukunft immer noch genug da ist, um alles notwendige tun zu können, ist eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen.